Mit mir wird es keine Ausverkauf geben
Amtsblatt 429, 15. April 2004
„Mit mir wird es keinen Ausverkauf städtischer Wohnungen geben“ ……..
......schrieb der Grüne OB-Kandidat Dieter Salomon am 9.4.2002 an
die Mieterbeiratsvorsitzende der FSB. Und weiter: „Ich bin mir des
sozialen Auftrages der Stadtbau sehr bewusst und verspreche Ihnen und
den Mieterinnen und Mietern, diesen Auftrag zu erfüllen. Zum einen geht
es um den Erhalt preiswerten Wohnraumes für Menschen mit niedrigerem
Einkommen in der Stadt, zum anderen darum, dass die Stadt als
Eigentümerin dieser Gesellschaft mit mehr als 9.000 Wohnungen ihren
Einfluss auf das Niveau der Mieten in der Stadt insgesamt behält und
auch ausübt…Bei allen zukünftigen Entwicklungen werde ich mich von
folgenden Prinzipien leiten lassen: Keine Sanierung des städtischen
Haushaltes über den Verkauf von Wohnungen; wenn überhaupt, dann
vorrangig Verkauf an MieterInnen (hier denke......); keine
Überraschungs-Entscheidungen hinter verschlossenen Türen, sondern
rechtzeitige Rückkopplung solcher Entscheidungen mit dem Mieterbeirat
und den betroffenen Mietern und zwar von Anfang an. Ich fühle mich dem
sozialen Auftrag der Stadt Freiburg, gerade auch was den Erhalt
preiswerten Wohnraums angeht, ernstlich verpflichtet…“ bla, bla, bla,
wenn nicht gar Wahlbetrug, wie sich nun zeigt.
Salomon wollte bereits am 23. Mai im Gemeinderat eine
„Grundsatzentscheidung“ für den Verkauf aller öffentlichen Wohnungen
treffen. Wir haben eine Verschiebung auf den 4.7.06 erreicht, um eine
gründliche Information und Auseinandersetzung des Gemeinderats und
aller Interessierten zu ermöglichen. Mit dem Verkauf der Wohnungen
würde ein Weg eingeschlagen, auf dem die Stadt die politische Steuerung
verlieren wird in Bezug auf die Mietpreisentwicklung des gesamten
Wohnungsmarktes, die Investitions- und Bautätigkeit im Wohnbau, die
steigenden Kosten der Unterkunft, die das Sozialhilfebudget jetzt schon
mit 25 Mio. jährlich belasten. Und sie wird die jährlichen Gewinne der
FSB für einen einmaligen Verkauf opfern. All das ist zu kurz gedacht
und politisch verantwortungslos. Genauso verantwortungslos wie der Bau
und die diesjährige Erweiterung der Neuen Messe für nochmals 26 Mio.
Euro, trotz leerer Kassen, und um am Ende doch ein drittklassiger
Messestandort zu bleiben, wie der Weggang der „Intersolar“ nun zeigt.
Wenn also etwas verkauft werden soll, dann die Neue Messe - nicht die städtischen Wohnungen.