16 Mio. € Mehreinnahmen in 2006 bringen Verwaltungsspitze in zusätzliche Argumentationsschwierigkeiten
Amtsblatt 441, 14. Oktober 2006
Freiburg hat ein Haushaltsproblem. Doch das ist weder neu noch steht
Freiburg damit alleine; es ist weitgehend nicht Freiburgs eigene Schuld
und schon gar nicht ist es durch den beabsichtigten Verkauf von 8000
Freiburger Wohnungen zu beheben. Denn:
Eine isolierte Lösung der Finanzprobleme in einer Stadt gibt es nicht !
Die deutschen Kommunen sind chronisch unterfinanziert. Deshalb kann
kein Wohnungsverkauf den Freiburger Haushalt langfristig konsolidieren.
Die Haushaltskonsolidierung bei Bund und Ländern darf nicht länger auf
Kosten der Städte gehen! Der Bund beschloss die Unterbringung von Hartz
IV-Empfängern zu Lasten der Gemeinden, das Land bedient sich aus dem
den Kommunen zustehenden Finanzausgleich. Vielen Gemeinden
geht es noch weitaus schlechter als Freiburg. Nur wenn die Städte hier
Änderungen durchsetzen, kann ihr chronisches Defizit ins Lot kommen.
Die Panik schürende Drohung mit dem Regierungspräsidium ist unredlich !
Nahezu alle Haushaltspläne der letzten Jahre entsprachen nicht den
gesetzlichen Vorgaben, ihre Genehmigungen konnten gleichwohl jeweils
mit dem RP ausgehandelt werden. Der nicht genehmigte Nachtragshaushalt
2006 ist Makulatur, nachdem der Kämmerer auf unsere Anfrage am 10.10.
erklären musste(durfte), daß die Stadt im laufenden Jahr mit 16 Mio. €
Steuermehreinnahmen rechne. Eine „zuverlässige Prognose“ über die
„zukünftige Haushaltsentwicklung“ sei derzeit „nicht möglich.“
Einen Kahlschlag im Sozial- und Kulturbereich kann und wird es nicht
geben. Diese „freiwilligen Leistungen“ sind elementarer Bestandteil der
Kommunalen Selbstverwaltung, und das Regierungspräsidium wird den
Teufel tun und für das Ende der Jugendarbeit bei Sportvereinen oder den
Tod kultureller Gruppen verantwortlich zeichnen.
Für die langfristige Haushaltssanierung gibt es gute Vorschläge und
Anträge aus dem Gemeinderat und aus der Öffentlichkeit ! Keine deutsche
Stadt mit so knappem Wohnraum wie Freiburg geht den falschen Weg des
nahezu kompletten Häuserverkaufs. Der kann von uns allen am 12.11.06
gestoppt werden: mit einem JA für den Erhalt der Stadtbau und der
städtischen Wohnungen in öffentlichem Eigentum, dem JA für eine
langfristige, dauerhafte und gerechte Lösung der Freiburger
Haushaltsprobleme!