Gibt es sie wirklich, die "Freiburger Lösung"
Amtsblatt 442, 28. Oktober 2006
Die UL unterstützt genossenschaftliches Wohnen. Mitglieder unserer
Fraktion haben schon vor Jahren das Anliegen der Mieter eines
Hochhauses in Weingarten unterstützt, das Haus in genossenschaftliches
Eigentum der Mieter umzuwandeln. Diejenigen, die heute am
lautesten nach einer genossenschaftlichen Lösung schreien haben dies
verhindert, ebenso wie die von uns im Aufsichtsrat der Stadtbau immer
wieder unterstützte Mieterprivatisierung.
Seit Jahren hätten die großen Fraktionen die Möglichkeit gehabt,
genossenschaftliche Modelle zu unterstützen. Das taten sie nicht und
auch jetzt geht es ihnen nicht darum. Sie wollen die städtischen
Wohnungen verkaufen, um ein über Jahrzehnte angewachsenes Defizit mit
einem Schlag auszugleichen. Sie behandeln Wohnungen samt der darin
lebenden Menschen wie Waren, die man ohne Schaden für die Stadt
und die hier lebenden Menschen verkaufen kann. Sie haben ein
öffentliches Bieterverfahren beschlossen, das in Gang kommt, wenn nicht
38000 Ja-Stimmen am 12.11. dies verhindern. Und alle Erfahrung spricht
dafür, dass am Ende dieses Verfahrens die Stadt an den Meistbietenden
verkaufen wird, schon um eine ansonsten jederzeit mögliche Klage des
unterlegenen Höchstbieters zu vermeiden. Leider, so wird es dann
heißen, mussten wir aus Rechtsgründen etwa an die Fortress verkaufen,
dieses Angebot konnten und durften wir nicht ausschlagen.
Deshalb: Nur mit einem erfolgreichen Bürgerentscheid ist der drohende
Verkauf der Stadtbau an einen Finanzinvestor abgewendet und es gibt
Zeit, um sowohl Mieterprivatisierungen als auch genossenschaftliches
Wohnen zu realisieren.
Werden dann aber nicht die Zuschüsse an die Sportvereine, die sozialen
und kulturellen Einrichtungen sämtlich gestrichen, wie die
Verkaufs-Befürworter behaupten ? Davon kann im Ernst keine Rede
sein. Die aktuelle Haushaltslage ist wesentlich günstiger als noch vor
Monaten angenommen und die Aufgabe des Gemeinderates wird darin
bestehen, einen genehmigungsfähigen Haushalt auch unter schwierigen
Bedingungen aufzustellen. Die Rahmenbedingungen vor 2 Jahren waren
keineswegs günstiger. Mit oder ohne Stadtbau-Verkauf: Gekürzt werden
sollen die Zuschüsse nach dem Willen von schwarz/grün um weitere 10%
bis 2010, und dies wird zur weiteren Vernichtung wichtiger Strukturen
in der Stadt führen. Dem werden wir ebenso wenig zustimmen wie
dem Verkauf der Stadtbau.