Und was kommt nach den Wahlen ?
Amtsblatt 504, 20. Mai 2009
So sicher wie das Amen in der Kirche werden Steuerausfälle politische
Konsequenzen für den städtischen Haushalt fordern.Ein brisantes Thema
vor den Wahlen, das nicht umsonst schön unter dem Deckel gehalten wird.
Von erheblicher Sprengkraft wird in diesem Zusammenhang ein
Gemeinderatsbeschluss vom 15.05.2007 sein: „Vision von einer
schuldenfreien Stadt“ - Masterplan der CDU-Fraktion, der mit großer
Mehrheit von CDU, Grünen, Freien Wählern und FDP gegen die Stimmen von
SPD und Unabhängigen Listen beschlossen wurde. Darin heißt es: „Zur
Umsetzung des Zieles der vollständigen Entschuldung in 15 Jahren sowie
der Bestandserhaltung und Sanierung des städt. Anlagevermögens sollen
mind. 30 Mio. € im Jahr an Vermögensveräußerungen vorgesehen werden,
soweit keine Steuermehreinnahmen zur Verfügung stehen“ - und die sind
nun gewiss in den nächsten Jahren nicht zu erwarten.
Beschönigend spricht BM Neideck von einer „Delle“, die 2010 zu erwarten
sei. Hinter vorgehaltener Hand spricht man von 30-40 Mio.€, die 2010
fehlen werden. Und dann ? Will die „Allianz“ ernst machen mit ihren
beschlossenen „Vermögensveräußerungen“. Und was hätte die Stadt dann
anderes zu veräußern als wieder mal ihre Wohnungen ? Die UL fordern,
daß der Bürgerwille, wie er im Bürgerentscheid gegen den Verkauf der
städtischen Wohnungen zum Ausdruck gekommen ist, auch nach Ablauf der
Bindung im Nov. 2009, respektiert wird. Und dies wollen wir nicht nur
unverbindlich auf Veranstaltungen vor den Wahlen hören. Wir möchten
klare Äußerungen, dass der Masterplan (s.o.) mit seiner Bindung des
Gemeinderats an „Vermögensveräußerungen“ aufgehoben wird. Solange dies
nicht geschieht, muss sich schwarz/grün den Vorwurf der
Doppelzüngigkeit gefallen lassen.
Bei weg brechenden Steuereinnahmen müssen alle Investitionsbeschlüsse
auf den Prüfstand, so die Vorwegfinanzierung der Stadttunnelplanung,
der vom OB gewünschte Rathausneubau, der Abriss der Kronenbrücke oder
weitere aufwendige Straßenbauprojekte.
Michael Moos