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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 18.12.2017

Siegesdenkmal – so? Unwürdig für Erinnerung und Zukunft

Atai Keller

Amtsblatt 12. Oktober 2017 – Nr. 705

Wie wird die Wiederaufstellung des Siegesdenkmals am immer noch namenlosen Platz doch noch zum geachteten Kulturdenkmal und verkommt nicht zum historischen Kriegerdenkmal? Nachdem die VAG-Oberleitungen eine viel frühere Aufstellung des Siegesdenkmals nötig machten, wurde der Gemeinderat und die Öffentlichkeit davon nicht rechtzeitig informiert. Der Wettbewerb der Kunst-kommission zur zeitgenössischen Erweiterung des Denkmals kamdeswegen leider zu spät. Die Fundamente waren ein paar Tage zuvor gegossen worden. Auch die Vorschläge der Kunstkommission auf Wegfall des Sockels oder auf die leichte Drehung der Nike bei ihrem Blick in die Kaufzone KaJo wurden leichtfertig verworfen.

Die Unabhängigen Listen sind der Meinung, der Gemeinderat muss sich nochmals mit den Möglich- keiten auseinandersetzen, wie das Denkmal eine zeitgemäße Entsprechung bekommen kann. Der Kunstwettbewerb der städtischen Kunstkommission hat dazu gute Beiträge geliefert, die auch nach der erfolgten Aufstellung weiter  verfolgt werden können. Das begehbare Opferfeld samt Bank und Gedenkmauer, die sprechenden Soldaten als Audio-Installation oder die begehbaren Fragen an die Welt sind Vorschläge, die das Siegesdenkmal in einen zeitlichen Bezug zur heutigen Geschichte stellen, die Bedürfnisse und Nöte der Gegenwart ernst nehmen und somit auf eindrucksvolle Weise das historische Denkmal lebendig halten.

Die überfällige Platzbenennung zum Friedensplatz oder deutsch-französischen Platz ist die folgerichtige Konsequenz aus der umfangreichen Neuplanung, die dann Geschichte und Stadtgestaltung zeitgemäß vereint.

Atai Keller

Wettbewerb Kunstkommission