Die Unabhängigen Listen – fünf gemeinsame Jahre
Amtsblatt 505, 2. Juni 2009
Die Unabhängigen Listen – fünf gemeinsame Jahre
Wir schreiben das Jahr 2009, die Wahlperiode geht zu Ende und wir
ziehen Bilanz über den Zusammenschluss unserer drei Listen im
Gemeinderat.
In fünf gemeinsamen Jahren haben wir uns zu einer ernst zu nehmenden
Opposition in der Stadt entwickelt, auch dank unserer vielen aktiven
MitarbeiterInnen. Rein zahlenmäßig hatten wir bei anstehenden
Entscheidungen nicht den Hauch einer Chance, und oft schloss sich bei
den vielen Abstimmungen in diesen 5 Jahren niemand unseren 6 Stimmen
an. Das bedeutete aber keineswegs, dass wir alle politischen
Auseinander-setzungen verloren hätten. Ganz im Gegenteil haben wir eine
Menge bewirkt: Der gewonnene Bürgerentscheid, an dem wir kräftig
mitgewirkt haben, das Ja zu den städtischen Wohnungen. Stichworte wie
Schulsanierung ohne Privatinvestor (PPP), die Verhinderung der
Privatisierung des Westbads, die Rettung der Bäder Hochdorf und Lehen,
die Sanierung des Adelhauser Museums ohne die Verlegung auf den
Mundenhof, die Verabschiedung des Kulturkonzepts, keine Sporthalle im
Faulerpark und schließlich der Freiburg-Pass, wenn auch noch ohne VAG,
belegen und bekräftigen unsere politische Haltung.
Jedoch konnten wir nicht verhindern, dass Schwarz/Grün die Stadtbau auf
massive Mieterhöhungen verpflichtet hat, drei Kürzungsrunden in den
Bereichen Kultur und Sport durchsetzte, ebenso wie die fortlaufende
Ausdünnung städtischen Personals und damit kommunaler Dienstleistungen.
Wir konnten nicht verhindern, dass in diesen fünf Jahren die bis dahin
geltenden Anforderungen an bauliche Qualität geschleift wurden, die
Innenstadt mehr und mehr dem Kommerz geopfert wird und dass die
Stadtpolitik mehr und mehr zu Stückwerk verkommen ist - ohne Visionen
und Konzepte.
Am 7. Juni 09 stellen sich die drei Listen – die Linke Liste –
solidarische Stadt, die Kulturliste Freiburg und die Unabhängigen
Frauen erneut getrennt zur Wahl. Wie und in welcher Konstellation es
dann weitergeht, wird nach der Wahl entschieden. Die bisherige Arbeit
der UL stellt jedenfalls eine solide Grundlage auch für eine weitere
Arbeit in und außerhalb des Gemeinderats Freiburg dar.
Michael Moos