Sparen ja, aber nicht zu Lasten kommender Generationen
Amtsblatt 454, 28. April 2007
Inzwischen weiß es Jede/r: Die „Große Koalition“ aus JF/Grüne, CDU und
FW verfolgt vor allem ihre Ideologie von der Verschlankung des Staates.
Gemeinwohl und sozialer Auftrag einer Stadt passen nicht in dieses
politische Konzept. Dabei spielt es für sie keine Rolle, dass sich ihr
Horrorszenario bezüglich der Haushaltssituation seit dem
Bürgerentscheid in keiner Weise bestätigt hat. Die Beschlüsse in der 2.
Haushaltslesung sprechen Bände.
Zwei politische Entscheidungen dieser zementierten Mehrheit möchten wir hervorheben:
1. Die sofortige Schließung des Naturkundemuseums und dessen
perspektivische Verlagerung auf den Mundenhof – ein Grünes Projekt!
Ohne Diskussion mit dem Museum und den NutzerInnen selbst, oder mit
Sachkundigen aus dem Kulturbereich treffen sie gemeinsam mit CDU + FW
eine so weit reichende Entscheidung im Rahmen der Haushalts-debatte, in
der hundert andere Themen auch behandelt werden müssen. Dabei
ignorieren sie die Ergebnisse des Museumsgutachtens völlig, das eine
Sanierung und die Stärkung des Standorts Innenstadt empfiehlt und die
inhaltliche Ausrichtung als sehr gelungen und damit den Charakter
Freiburgs unterstrichen sieht. Die Grünen wissen es besser. Sie preisen
die „Synergieeffekte“ mit dem Mundenhof und sehen kein Problem darin,
dass hunderte von Kindergarten- und Grundschulgruppen Shuttlebusse
ordern und bezahlen, oder ob es Eltern mit ihren Kindern in der Natur
des Tiergeheges auch noch nach einem Besuch im Naturkunde-Museum
verlangt. Ignoriert wird auch das Bedürfnis der Mütter und Väter mit
ihren kleinen Kindern der Hektik der Innenstadt zu entfliehen und den
Einkauf durch eine ruhige Auszeit im Museum nebenan zu unterbrechen.
2. Die 20 % der FreiburgerInnen mit ihren Kindern, die sich mit Hartz
IV und anderen Hilfen zum Lebensunterhalt keine Regio-Karte, keinen
Kino- oder Theaterbesuch, keinen Sportverein oder VHS-Kurs leisten
können, kommen im Denken und entsprechend in den Anträgen und
Beschlüssen der grün-schwarzen Mehrheit nicht mehr vor. Alles soll
immer mehr kosten. Ermäßigungen für diese MitbürgerInnen werden strikt
abgelehnt.
Veranstaltungsankündigung: Falsch sparen kommt richtig teuer!
Freitag, 11. Mai, 20 Uhr, Ort: siehe Presse- und Plakatankündigung