5000 Unterschriften
Amtsblatt, 4. Februar 2006
Über 5000 Unterschriften für den „Freiburg-Pass und Sozialticket“,
sowie die ausdrückliche Unterstützung durch Organisationen wie
Diakonisches Werk, DGB Südbaden Hochrhein, ver.di, VCD, KAB, KHG,
Friga, FARBE e.V., Stadtteilvereine sind ein deutlicher Erfolg dieser
sozialpolitischen Initiative des „Runden Tisches Hartz IV“. Mit einer
grundlegenden Kritik an Hartz IV wurde die Initiative vor einem Jahr
gegründet. Ein Ziel ist, durch Pass + Ticket Mobilität und die Teilhabe
am öffentlichen Leben für all jene zu ermöglichen, die unter der
offiziellen Armutsgrenze laut 2. Armuts- und Reichtumsbericht der
Bundes-regierung liegen (1 Person 938 Euro netto): Alg II- und
Sozialgeld-EmpfängerInnen, Arbeitende ohne existenzsicherndes
Einkommen, SeniorInnen mit niedriger Rente und Wohnungslose.
Positiv wertet der Runde Tisch erste Gespräche mit den Fraktionen sowie
das Angebot des Sozialbürgermeisters in Kürze mit dem Runden Tisch die
realen Möglichkeiten für einen
Sozialpass gemeinsam zu diskutieren. Es kommt Bewegung in die Sache,
aber das Ziel ist weit entfernt und bedarf mehr öffentlichen Drucks und
Solidarität mit den Betroffenen.
Dies wurde deutlich in der rigoros ablehnenden und wenig profunden Rede
des OB anlässlich der offiziellen Übergabe der Unterschriften am
vergangenen Freitag. Völlig aus der Luft gegriffen behauptete Salomon,
allein der geforderte Sozialpass würde die Stadt 500.000 € kosten.
Gesicherte Berechnungen dazu fehlen gänzlich. Anders in Sachen
Sozialticket: Hier befürchtet die VAG erhebliche Mehrkosten, aber auch
dies ist durch keine Zahlen belegt. Weder gibt es eine
Fahrgastuntersuchung darüber, wie viele Hartz IV EmpfängerInnen
mit der Regiokarte bereits fahren, noch dazu wie viele Menschen sich
die Regiokarte erstmals leisten könnten. Wie wäre es mit einer
Regelerhebung durch Arge und Sozialamt darüber? Und zudem: 20
€/Monat für ein Regio/Sozialticket bei einigen Tausend Neukunden
in Freiburg und im RVF-Gebiet können durchaus ein Umsatzplus bewirken!
Genau diesen Weg gehen z.B. die Berliner Verkehrsbetriebe seit Jahren
mit Erfolg.
Die UL vermisst den politischen Willen des OB, mit allen der Stadt zur
Verfügung stehenden Mitteln neue Wege gegen soziale Ausgrenzung zu
gehen.