UL beantragt Rücknahme der Kürzungen
Amtsblatt 449, 16. Februar 2007
Die erste Lesung der Haushaltsberatungen ist überstanden. Fest steht,
der „peinliche Mehreinnahme-Schock“ (Neideck nach dem Bürgerentscheid)
hat sich jüngst um weitere 3 auf 33 Mio. € erhöht und ist genauso zur
Gewissheit geworden, wie die Genehmigungsfähigkeit dieses
Doppelhaushalts.
Einkalkuliert sind 44 Mio. für die Sanierung der Schulen und weitere 20
Mio. für den Bauunterhalt von Gebäuden, Straßen und Brücken, die
drastische 20 % Erhöhung der Grundsteuer, aber keine Erhöhung der
Gewerbesteuer, ebenfalls eine drastische Kürzung der Personalausgaben,
die für einzelne Ämter kaum zu verkraften sein werden. Selbst an der
Kürzung der Institutionen und Vereine in Kultur, Bildung, Sport und
Sozialem, die den Haushalt um 800.000 Euro entlasten soll, hält die
Verwaltung und wohl auch die Mehrheit des Gemeinderats fest und
schränkt für diese relativ geringe Summe wichtige Teile der Freiburger
Infrastruktur stark ein.
Wir fordern und beantragen die Rücknahme dieser Kürzungen in Gänze. Sie
waren fachlich nie zu rechtfertigen, das zeigten die Einwände der
Sachkundigen in den Ausschüssen. Beispiel Maßnahmen für Frauen: Erst
vor wenigen Jahren geschaffen, um struktureller Ungleichheit
entgegenzuwirken und Gewalt zu lindern, ist der politische Wille nicht
mehr vorhanden um 1800 € für Selbstverteidigungskurse für Mädchen,
20000 € für eine Notrufmöglichkeit vergewaltigter Frauen und 35000 €
für eine Tagesstätte wohnungsloser Frauen zu unterstützen. Das hat –
wie viele andere Beispiele auch – mit sparsamer haushalten nichts zu
tun. Es geht, wie bei Land und Bund, schlicht um Umverteilung von unten
nach oben, was der Verzicht auf Gewerbesteuererhöhung seit nunmehr 15
Jahren bestens belegt. Wie anders ist es sonst zu erklären, dass eine
mäßigere Grundsteuererhöhung von 10 % plus eine 10 %-ige
Gewerbesteuererhöhung, die dem Haushalt zusammen 6 Mio. € mehr brächte,
keine Mehrheit findet.