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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 19.11.2017

KUNST AM RING – EINE GESTALTUNGSFRAGE

Atai Keller

15. Juli 2016 - Amtsblatt - 676

Wenn wir wie jüngst im Gemeinderat über die Änderungen des Bebauungsplanes „Umgestaltung und Stadtbahn“ von der Kronenstraße hin bis zum Siegesdenkmal sprechen, dann kommen wir nicht umhin, auch über die Denkmäler und Kunstwerke im öffentlichen Raum auf dem Platz der alten Synagoge und entlang des Rotteckrings zu sprechen. Es genügt eben nicht, wie die Bauverwaltung  auf eine alte Vorlage des Gemeinderats vom 16.2. 2011 zu verweisen und zu behaupten, das haben wir doch alles schon besprochen und beschlossen. Damals ging es unter anderem um eine grundsätzliche Kenntnisnahme über die meisten Kunstwerke entlang des Rings und um die Versetzung des Siegesdenkmals als Beschluss.

Absolutes No-Go
Inzwischen haben wir die Veränderungen am Ring vor Augen, einen neuen Gemeinderat und vor allem eine weiterhin uninformierte Öffentlichkeit. Zu viele kleine Veränderungen haben sich im Laufe der letzten Monate und Jahre der konkreten Planung ergeben, die eine Aufstellung einzelner Werke am ursprünglichen Ort nicht mehr so möglich machen, und manchmal ist schon die Verrückung eines Kunstwerkes im öffentlichen Raum um wenige Meter ein No-Go oder eine Platzierung neben Fahrradständern oder eine Garnierung mit Pflanzenkübeln ein Frevel an der Kunst  im öffentlichen Raum. So fordern die Unabhängigen Listen eine

Debatte über die Kunst am Ring und die Platzierung der einzelnen Kunstwerke
und  über die Verträglichkeit mit ihrer Umgebung. Ich nenne vor allem Schelenz, Dörner, Pfeiler, Rissler - selbst die „Liegende“von Henry Moore und ihr endgültiger Platz ist bis heute nicht ausgemacht und uns nicht bekannt. Die frühere Aufstellung der Werke geschah keineswegs willkürlich und das darf auch jetzt nicht geschehen. Es muss doch wohl noch die Zeit übrig sein, bei einer solchen Jahrhundertveränderung über die Platz- und Ringgestaltung  angemessen sprechen zu können. Die Aufstellung einzelner Kunstwerke oder deren Verrückung ist unserer Meinung nach trotz Baufortschritt  immer noch möglich. Wir halten weiterhin einen

Wettbewerb für ein zeitgenössisches Kunstwerk
innerhalb der Ringgestaltung für unbedingt notwendig und wollen das nochmals auf die Tagesordnung des Gemeinderats bringen. Bei der Gestaltung der öffentlichen Stadträume ist es wichtig zu jeder Zeit, durch jeweils zeitgenössische Kunst das Gesicht der Stadt mitzuprägen, Künstlerinnen und Künstler einzuladen, und sich so mit der Raumsituation, Geschichte und Zukunft der Stadt und Stadtgesellschaft zu beschäftigen.

UL-Antrag: neuer Standort für das Mahnmal der Verfolgten des Naziregimes
Wir haben ganz aktuell einen Antrag an die Verwaltung gestellt, den neuen Standort des Mahnmals der Verfolgten des Naziregimes von Walter Schelenz so schnell wie möglich auf die Tagesordnung des Gemeinderats zu setzen, damit die Standortfrage eine öffentliche Diskussion erfährt und ein räumlich und inhaltlich angemessener Platz für dieses für Freiburg wichtige Denkmal gefunden wird.                                           
Atai Keller