UL fordert Regio - Sozialticket für Bus & Bahn
Amtsblatt 486, 28. August 2008
Zum August 2008 wurde die RegioKarte auf Beschluss der
Gemeinderatsmehrheit um 3,4% teurer, mehr sogar als laut ZRF -
Inflationsrate 2008 nötig wäre, schließlich hält man dieses Reizthema
aus den Kommunalwahlen 2009 lieber heraus. Seit der Einführung 1991
stieg der Preis um stattliche 81 % von 25,50 auf nun 45,50 Euro. Diese
Tariferhöhung ist angesichts der Klimaschutzziele der Stadt und der
„StattAuto“ - Umsteigeparolen der VAG das völlig falsche Signal. Vor
allem aber wirkt sie zunehmend sozial ausgrenzend für mehr als 20.000
Freiburger Bürgerinnen und Bürger, die in Armut leben müssen. Der
Regelsatz für Bezieher/innen von ALG II, Sozialgeld und Grundsicherung
im Alter, bewusst weit unterhalb der offiziellen Armutsgrenze
festgesetzt, reicht - egal wie Frau oder Mann es auch wendet - für ein
menschenwürdiges Leben nicht aus. Waren schon bisher gesundes Essen,
kulturelle, sportliche und soziale Aktivitäten ein kaum zu
verwirklichender Luxus, drohen ab kommendem Winter noch längere
Schlangen bei der „Tafel“, kalte Wohnungen, noch mehr Stromsperren
wegen Zahlungsrückständen. 14,11 Euro sieht der Regelsatz monatlich vor
für das „Recht auf Mobilität" mit Bus, Straßenbahn, Bahn: 3 VAG
-Fahrten hin und zurück Tarifzone 1 Stadtgebiet, also an 3 von 30
Tagen. Ähnlich erleben es zunehmend mehr „Working Poor“, Arme, die
trotz Arbeit oft nur mit ergänzendem ALG II über die Runden kommen oder
Senior/innen mit Minirenten. Gerade diese Bürgerinnen und Bürger
benötigen ein Sozialticket, das Mobilität und damit die Teilnahme am
sozialen und gesellschaftlichen Leben in Freiburg und der Region
erleichtert.
Städte wie Köln und Dortmund gehen als neueste Beispiele voran. Und:
Wer 14,11 Euro für alle Reisen im Monat zur Verfügung hat, braucht - um
nicht in seiner Armut stecken zu bleiben - ein Sozialticket, dessen
Preis deutlich darunter liegt, besser noch zum Nulltarif!
Ulrike Schubert