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www.unabhaengige-listen-freiburg.de | 16.01.2018

Preiswerte Wohnungen in der Quäkerstraße erhalten

Amtsblatt 21. Dezember 2017 – Nr. 710

GenossenschaftlerInnen der Familienheim Baugenossenschaft und BürgerInnen setzen sich für den Erhalt der Häuser in der Quäkerstraße 1-9 und ihres Viertels ein. Dafür gibt es viele Gründe: den Erhalt des günstigen Wohnraums in der Wiehre, einem der teuersten Wohngebiete Freiburgs, in dem sie zum Teil seit Jahrzehnten leben, den Zusammenhalt der Haus- und Nachbargemeinschaften, der Verbleib der Innenhöfe samt wertvollem Baumbestand und die Vermeidung einer Gentrifizierung, also einer Vertreibung der MieterInnen, weil sie die dann größeren und teueren Wohnungen nicht bezahlen können.

Die gesamte Anlage der Familienheim Genossenschaft in der Quäkerstraße ist ein städtebauliches Ensemble, das seit seiner Entstehung den Charakter der Mittelwiehre prägt. Der städtische Gestal-tungsbeirat (GBR) hat deshalb die Bedeutung der Siedlung Familienheim besonders hervorgehoben und einen Abriß der Quäkerstraße  aus verschiedenen Gründen abgelehnt. Die Mitglieder des GBR haben stattdessen ein schonendes Gesamtsanierungskonzept für die gesamte Anlage empfohlen mit Beginn der Umsetzung in der Quäkerstraße.

Die Familienheim Baugenossenschaft nennt strukturelle und planerische Notwendigkeiten, die der Sanierung in zukunftsfähige Wohnungen entgegenstehen. Auf welchen Gutachten und Schätzungen beruhen diese  Argumente, die ja auch dem GBR bei der Vorstellung des Planungsprojektes nicht  zugrunde gelegt worden sind?

Den genossenschaftlichen Grundgedanken, in sozialer Verantwortung die Wohnanlagen zeitgemäß und gleichzeitig bezahlbar in Stand zu halten, teilen wir ausdrücklich.  Bekanntlich besteht in Freiburg ein großer Mangel an preiswertem Wohnraum. In der Quäkerstr. gibt es diesen preiswerten Wohnraum und dies - wie wir uns selber überzeugen konnten - in einem ausgesprochen guten Zustand. Dazu kommen die persönlichen Schicksale von Menschen, die in gewachsener Nachbarschaft seit vielen Jahren in diesen Wohnungen leben und nun das Gefühl haben, dass ihnen der Boden unter den Füßenweggezogen wird. Kein Umzugsmanagement kann ihnen die Sorge um ihre Zukunft nehmen.

Die Unabhängigen Listen können sich deshalb nur eine behutsame Sanierung mit geringen Mietpreisauswirkungen vorstellen und appellieren an die Familienheim, sich für einen Erhalt des Ensembles zu entscheiden. Wir regen an, mit dem Baudezernat zu prüfen, ob die Sanierungsmaßnahme Quäkerstraße mit Mitteln des Projekts Soziale Stadt gefördert werden kann.

Michael Moos                     Dr. Brigitte v. Savigny                  Irene Vogel
Fraktionsvorsitzender       Stadträtin Kulturliste                    Stv. Fraktionsvorsitzende