Wohnungs-Privatisierung und ihre Folgen
Amtsblatt 450, 3. März 2007
590 „Franzosenwohnungen“ hatte die BauUnion 2005 gekauft. Nachdem der
neue Vermieter bereits wegen der Kündigung sozialer Wohnprojekte sowie
einem teilweisen Weiterverkauf an Fa. Sauer von sich reden machte, war
nun Ende 2006 in über 200 weiteren Wohnungen in Unterwiehre, Haslach
und Stühlinger eine kräftige Mieterhöhung verlangt worden. Bis zu 20% -
zwischen 50 und 135 Euro – monatlich mehr für allesamt
einkommensschwache MieterInnen, denn bis Ende 2005 waren die Wohnungen
mit einer „Sozialbindung“ verknüpft. Zweierlei ist empörend: 1. stellte
sich heraus, dass die geforderte Mieterhöhung nicht einmal einer
rechtlichen Überprüfung standhält, 2. bezahlt den Großteil der
Mieterhöhung durch ALG II und Wohngeld die Kommune und damit jede/r
BürgerIn. Wie können wir es verhindern, dass private Eigentümer mit
Einschüchterungen und Drohungen versuchen, eine Zustimmung der
Mieter/innen zu selbst rechtswidrigen Mieterhöhungen - die letztlich
den städtischen Haushalt treffen – zu erhalten?
„Westlich Merzhauser Str.“ gründete sich mit Unterstützung der
Quartiersarbeit zum Glück eine Mieterinitiative. 2 Gutachten bewerten
die Begründung der Mieterhöhung als unzulässig. Dennoch bestehen für
die betroffenen Mieter/innen erhebliche Risiken, sich gegen die
Mieterhöhung zu wehren. Viele fürchten, von der BauUnion verklagt zu
werden, sollten sie der Mieterhöhung nicht zustimmen. Die Kosten für
ein verlorenes Verfahren hätte jede/r Einzelne selbst zu tragen, gerade
für einkommens-schwache Mieter/innen eine enorme Belastung. Und wie ein
solcher Prozess ausgeht ist trotz Gutachten schwer abzusehen, zumal die
BauUnion alles tut um eine sachliche Klärung zu verhindern und vielfach
angefragte Auskünfte verweigert.
Unterstützen sie deshalb mit uns die MieterInnen-Initiative und ihren
„Solidaritäts-Fonds“: Benefizveranstaltungen der Initiative am 04.
März, 18.00 Uhr, Langemarck-str. 97. Solidaritäts-Fest mit
internationalem Buffet und Live-Musik, am 16.03. um 20 Uhr spielen „die
Mauerbrecher“ im Café Vélo zugunsten des Fonds. Spenden an
„Mieter-Solidaritäts-Fonds“ Konto: 12617340; BLZ: 68050101; Sparkasse.