Trend verpennt?
Amtsblatt 503, 8. Mai 2009
Freiburger Gemeinderat verordnet kritischen Stimmen weiße Salbe beim Thema Mobilfunk
Wie anders ist die Zustimmung der schwarz-grünen Mehrheit zu der
weichgespülten Verwaltungsvorlage zum Mobilfunk zu verstehen? Fast
gebetsmühlenartig wird wiederholt, warum der Freiburger Verwaltung die
Hände gebunden seien, die Verfahrenshoheit beim Bund läge und die Zeit
für eine sachgerechte Bearbeitung des Themas sowieso zu knapp bemessen
sei. Anstatt sich das Thema positiv zu eigen zu machen und zu handeln,
weist man jegliche Verantwortung weit von sich und lässt sich von den
renditeorientierten Mobilfunkanbietern treiben und einschüchtern.
Seit nunmehr 15 Monaten hat unsere Fraktionsgemeinschaft immer wieder
beantragt, das Thema Mobilfunk auf die Tagesordnungen der
Fachausschüsse zu setzen. Eine echte politische Debatte darüber, und
zwar mit allen Beteiligten, hat es bis heute nicht gegeben.
Es liegt also auf der Hand, eine Expertenkommission zu diesem Thema als
runden Tisch zu installieren. Themen wie Grenzwert-Absenkung, die
Bestandteil des EU-Vertrages sind, müssen umgesetzt werden und sollten
höchstens noch hinsichtlich einer weiteren lokalen Absenkung debattiert
werden! Freiburg braucht ein Standortkonzept. Erreicht wird dieses mit
Maßnahmen wie der Erstellung eines Katasters, exakten
Strahlungsmessungen zur Festlegung von Mindestabständen der
Sendeanlagen und der Definition verbindlicher Grenzwerte für die
Kommune.
Transparenz ist das Gebot der Stunde. Neben einer regelmäßigen
Unterrichtung nicht nur der gemeinderätlichen Gremien, sondern auch der
Öffentlichkeit durch die Verwaltung etc. müssen die Betreiber dazu
angehalten werden, für eventuell auftretende gesundheitliche
Folgeschäden die volle Verantwortung zu übernehmen. Dies gilt es
seitens des Gemeinderates und der Verwaltung umzusetzen.
Jörg Scharpff