Mobilfunk - eine tickenden Zeitbombe für Mensch und Umwelt?
Amtsblatt 473, 15. Februar 2008
Für die Mobilfunkkritiker hätte das Ergebnis nicht besser sein können:
Der bayrische Verwaltungsgerichthof bestätigt in einer Entscheidung vom
2.8.07, dass Kommunen Standorte von Mobilfunksendeanlagen so auswählen
können, dass Wohngebiete geringer belastet werden als dies nach den
Grenzwerten der 26. Bundesimmissions-schutzverordnung (BImSchV) an sich
zulässig wäre. Dies ist ein richtiger Knaller. Jetzt stehen diejenigen
ziemlich dumm da, die Kritikern des Mobilfunks immer nur Hysterie
vorgeworfen haben. So auch in Freiburg.
Das Urteil sollte für die Stadtverwaltung Anlass genug sein, die
Mobilfunkproblematik nicht länger zu ignorieren und wieder aktiv zu
werden. Bisher wurde auch in Freiburg gebetsmühlenartig wiederholt, die
Grenzwerte der BImSchV würden bei weitem unterschritten und deshalb
könne die Kommune nichts machen. Für die Verwaltungen wird es in
Zukunft schwieriger sein glaubwürdig zu begründen, inwieweit sie zum
Schutze der Bevölkerung bereits alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat,
potentielle Folgen für deren Gesundheit auszuschließen oder abzuwenden.
Offenbar haben dies immer mehr Freiburger Bürger/innen erkannt und sind
verwundert, wie wenig bisher seitens der Stadt das Problem erkannt wird.
Wohlgemerkt, es geht den Unabhängigen Listen nicht um ein generelles
Handy-Verbot , wohl aber um die direkte Umsetzung der aktuellen wiss.
Erkenntnisse zum Schutze der Bevölkerung und damit um eine Eingrenzung
des zunehmenden Wildwuchses dieser Technik. Genau hier greift die
Entscheidung aus Bayern.
Jeder Betreiber muss jederzeit damit rechnen, dass neue
Untersuchungsergebnisse über das Risiko dieser Technik bekannt werden
und geklagt wird. Und vermutlich deshalb wird unter dem Vorwand des
Wettbewerbs versucht, Daten über Senderdichte und
-positionierungsraster geheim zu halten. Hier muss die Frage erlaubt
sein: Ist die Verwaltung die letzte Bastion, die überholte Grenzwerte
für schädliche Immissionen deckt?
Ein erster Schritt wäre die von den Unabhängigen Listen verlangte
Bestandsaufnahme über errichtete und geplante Mobilfunkanlagen.
Donnerstag den 28.2.08 um 20 h im Café Velo
Gespräch der UL mit Fachleuten und Betroffenen am Beispiel Sedanquartier