Der OB, die Messmer Halle und die 10% Kürzungen
Amtsblatt 472, 1. Februar 2008
Jetzt haben wir eine neue Art der Kunstförderung in Freiburg und sie
wird mit der schwarz/grünen Allianz weiter Schule machen. Durch sein
persönliches Engagement hat der Oberbürgermeister
eine private Kunst-Initiative ins breite öffentliche Interesse gezogen
und durch sein überschnelles Angebot an Herrn Messmer, ihm das
Grundstück an der Dreisam für einen Euro zu überlassen, die
Messmer-Halle in die subventionierten Projekte der Stadt eingereiht.
Die 12.900.- Euro Pachterlass werden den Kulturhaushalt der Stadt
belasten und intern als Zuschuss verrechnet. Für andere private gut
funktionierende Kunsteinrichtungen in der Stadt ist das ein Schlag ins
Gesicht. Gleichzeitig sollen die freien Kulturträger im nächsten
Doppelhaushalt um 10% gekürzt werden!!!
Der OB betreibt hier nach eigenen Aussagen eine ganz normale
Wirtschaftsförderung, mit Kultur und Kunst hat das für ihn nur
über Touristenströme und Außenwirkung etwas zu tun. Eine qualitative
Abwägung, wie die Messmer-Halle in die Stadt wirkt, welche inhaltliche
Ausrichtung sie hat und ob ein Konzept mit großen Namen organisatorisch
und vor Ort in Freiburg überhaupt funktioniert und ob wir das überhaupt
brauchen in dem schon vorzüglichen Angebot der Kunststädte am
Oberrhein, eine Auseinandersetzung darüber findet nicht statt.
Stattdessen träumt fast der gesamte Gemeinderat von sogenannter
Weltkunst in Freiburg, das ist die wahre Provinz!
In diesem Zusammenhang keine Rede vom Kulturkonzept, die Förderung der
Künste, wie wird sich Freiburg zukünftig als Kulturstadt aufstellen,
daran wird momentan im Kulturamt und im Kulturdezernat mit Experten und
in vielen Gesprächen gearbeitet, aber der OB geht eigene Wege. Um
Freiburg kulturell und künstlerisch voran zu bringen, brauchen wir
inhaltliche Konzepte und neue innovative Projekte. Kulturhauptstadt
Europas wird man nicht, indem man alte ausgediente Projekte aus der
Provinz nach Freiburg holt. Die Stadt muss vielmehr einheitlich mit
ihren Einrichtungen in einen konstruktiven Dialog treten. Die Förderung
zeitgenössischer und neuer künstlerischer Ansätze wird momentan
eher zurückgeschraubt, das ist ein großer Fehler!
Atai Keller