Sportvereine wehren sich gegen weitere Kürzungen
Amtsblatt 439, 16. September 2006
Zu Recht sind die 136 Freiburger Sportvereine empört über das
Ansinnen der Bürgermeister, ihren jetzt schon „beschämenden Sportetat“
von 1,54 Mio. Euro ab 2007 um weitere 10 % zu kürzen. Eine
entsprechende Ankündigung im Rahmen der Diskussion um die Sanierung des
städtischen Haushalts trifft bei den Vereinen mit ihren 60.000
Mitgliedern, davon 25.000 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren, auf
uneingeschränkte Ablehnung. Vor allem jenen mit eigenen Sportanlagen
laufen die Betriebskosten davon. Der Kinder-, Jugend- und
Leistungssport wäre durch erneute Kürzungen grundsätzlich in Frage
gestellt, denn deren Förderung und Betreuung beansprucht den größten
finanziellen Anteil des Jahresbudgets der Vereine, während deren
Mitgliedsbeiträge – weil sozialverträglich – sehr niedrig gehalten
sind.
Ebenfalls zu Recht verweisen die Vereine auf ihre sozialen und
integrativen Leistungen für Jung und Alt, die mit viel ehrenamtlichem
Engagement wesentlich zum Gemeinwohl unserer Stadt beitragen. Aufgrund
dieser Tatsachen fordern sie nun von OB und Gemeinderat „Hände weg vom
Sportetat“. Dies findet unsere uneingeschränkte Unterstützung.
Wenig Verständnis haben wir dafür, dass sich die Sportfunktionäre für
einen Verkauf der Stadtbauwohnungen aussprechen und die städtischen
Zuschüsse für Kultur oder Soziales in Frage stellen. Damit lassen sie
sich vor den „politischen Karren“ von OB und Finanzbürgermeister
Neideck / CDU spannen und führen die Spaltung in der Bürgerschaft fort.
Sie lassen außer Acht, dass der Erlös der Stadtbau schon „vervespert“
ist und die 10 %-ige Kürzung auch im Falle eines Verkaufs bereits
beschlossene Sache. Wie der Nachtragshaushalt, der nie die Aussicht auf
Genehmigung hatte, dienen auch diese Kürzungen als Drohkulisse und
sollen die FreiburgerInnen für die schwarz/grünen Verkaufspläne gefügig
machen.
Warum also nicht die Forderung aus Sport, Kultur und Sozialem an OB +
Neideck, endlich auch Alternativen zu bieten und in einem
Beteiligungshaushalt vorzulegen. Eine Bewältigung der Finanzprobleme
kann es nur gemeinsam, nicht jede/r gegen jede/n geben.