Gebot der Stunde: Trasse C !
Amtsblatt 500, 27. März 2009
Die Fraktionsgemeinschaft der Unabhängigen Listen wird bei der nächsten
Sitzung des Gemeinderates den Antrag stellen, die Entscheidung über die
Stadtbahntrasse durch die Innenstadt nochmals durch den Gutachter
überprüfen und bewerten zu lassen. Durch die notwendige Sanierung (oder
den Neubau) der Kronenbrücke wird die geplante Trasse B der Stadtbahn
über den Rotteckring im Vergleich zur Trasse C (über die Schnewlinstr.
und Bahnhofsachse) viel teurer. Damit ist eine neue Situation
eingetreten, die eine Neubewertung erforderlich macht. Schon das
vergleichende Gutachten aus dem Jahre 2001 hatte überraschende
Ergebnisse gebracht, die der Gemeinderat damals ignoriert hatte: 1) das
Kosten-Nutzen-Verhältnis ist bei der Trasse C besser; 2) der
Bertoldsbrunnen wird bei der Trasse C stärker entlastet; 3) das
Umsteigepotential ist bei der Trasse C höher, damit auch die
CO2-Reduktion. Auch verkehrspolitisch würde eine Entscheidung für eine
Bahnhofslinie Sinn machen: am Bahnhof würde ein effektiver und
leistungsstarker ÖPNV-Knoten- und Umsteigepunkt entstehen. Auf der
anderen Seite ist zu bedenken, dass der Verkehrsfluss ausgerechnet an
der hochsensiblen Kronenbrücke nicht nur während der Bauzeit, sondern
auch im Betrieb durch eine Stadtbahn, die den hochbelasteten
Autobahnzubringer, die B 31, quert zu riesigen Verkehrsbelastungen und
Staus führen würde. Aber auch der Bau des Stadttunnels, der in
unmittelbarer Nähe zur Kronenbrücke seine Ein- und Ausfahrt haben soll,
würde durch eine zusätzliche Stadtbahntrasse erheblich erschwert. Es
verwundert, dass gerade die Befürworter/innen des Stadttunnels hier
nicht auf eine bessere Lösung drängen. Schließlich würde eine
Verlagerung der Stadtbahnlinie auf die Bahnhofsachse die
städtebaulichen Entwicklungsmöglichkeiten für den Rotteckring und den
Platz der Alten Synagoge in grandioser Weise erweitern. Es ist
offensichtlich, dass der Platz der Alten Synagoge ganz andere
Perspektiven hätte, wenn er von Straßenbahnverkehr einer Trasse B
entlastet wäre.
Jetzt ist die Gelegenheit günstig eine städtebaulich wichtige Korrektur
vorzunehmen und flexibel und kreativ eine bessere Entscheidung
herbeizuführen.
Hendrijk Guzzoni