Klima und Bäder
Amtsblatt 458, 23. Juni 2007
Die Bäder sind der FreiburgerInnen liebstes Kind. Das belegen die
BesucherInnen-zahlen und die Statistiken zum Sportentwicklungsplan.
Danach nutzen dieses beliebteste der Freizeit- und Sportvergnügen
zwischen 25 und 45 Prozent aller Altersgruppen, selbst mehr als ein
Drittel der Ältesten. Kein Wunder also, dass nachteilige Veränderungen
bei den Bad-NutzerInnen sogleich – und wir meinen, zu Recht - Proteste
hervorrufen. Diese bewirken immerhin, dass auch der Gemeinderat
vorsichtiger geworden ist, entsprechende Beschlüsse zu fassen.
Schließlich ist es noch nicht lange her, dass sich die Verwaltung eine
blutige Nase holte, als sie Bäder schließen wollte.
Auch kein Wunder also, dass die von der Regio Bäder GmbH vorgelegte
Neukonzeption vor allem nach heftigen Protesten aus dem Freiburger
Westen, in den Fraktionen bisher keine Mehrheit findet. Nicht
zukunftsorientiert ist für die UL der beabsichtigte Verkauf und
Bebauung eines Teils der Westbad-Liegewiese, oder gar dieses Bad nach
dessen Sanierung zu einem reinen Schul- und Vereinssportbad mit
deutlich reduzierten Öffnungszeiten zu machen.
Alle Forschungen zu den Auswirkungen der Klimaveränderungen in der
Region prognostizieren übereinstimmend (lt. GR-Drucksache zum
Klimawandel), dass wir künftig weniger Luftaustausch, stärkeren
Niederschlägen, aber auch größerem Hitzestress in Freiburg ausgesetzt
sein werden. Insbesondere wer in Beton wohnt und das sind vor allem im
Westen sehr viele Menschen, braucht mehr und nicht weniger
Möglichkeiten, dem zu entkommen. Darum halten wir es auch für sinnvoll,
die Forderung nach einem Außenbecken im Westbad nicht aufzugeben.
Folgerichtig wäre auch, das Haslacher Bad um ein Außenbecken zu
erweitern. Durch den neuen Stadtteil Rieselfeld und die ideale
VAG-Anbindung an das Bad ist dessen Potential ausbaufähig, ebenso weil
die Freibäder St. Georgen, Loretto und das Strandbad überfüllt sind und
damit keine rechte Erholung mehr bieten.
Der Gemeinderat muss sich über die am 26.6. anstehenden Sicherheits-
und Sanierungsmaßnahmen hinaus entscheiden, wie er dem Rechnung trägt.
Wir meinen, weitergehende Investitionen sind deshalb allemal
gerechtfertigt und auch finanzierbar. Durch die erhöhten
Steuermehreinnahmen ebenso wie durch Grundstücksverkäufe. Selbst der
unsägliche „Masterplan“ steht nicht im Widerspruch dazu!