Amtsblatt 491, 7. November 2008
Es gibt für den Gemeinderat keinen Grund, dringend notwendige
Korrekturen am Entwurf der Verwaltung für den kommenden Doppelhaushalt
09/10 zu unterlassen. Die Voten im Beteiligungshaushalt haben Defizite
in allen gesellschaftlichen Bereichen benannt. Die Kommune hat die
Pflicht, die weiter wachsenden Einnahmen aus Steuern (so auch die
jüngste Steuerschätzung v. 05.11.08) so einzusetzen, dass alle Kinder
in die Lage versetzt werden, ihre Persönlichkeit zu entwickeln, dass
die Vereinbarkeit von Familie und Beruf endlich Realität wird und dass
Armut und soziale Ausgrenzung mit einem masterplan aller
gesellschaftlichen Kräfte bekämpft werden.
So fordern wir Geld für
Mittagsbetreuung in Ganztagesschulen, einen Schulmittelfonds für Kinder
aus einkommensschwachen Familien, sofortige Einführung der
Schulsozialarbeit an der Vigelius und A. Reichwein Grundschule, einen
Fonds für Sprachförderung in Kitas und mehr Mittel für die
Jugendberufshilfe. Wir wollen mehr für Spiel- und Bolzplätze, für die
Sanierung von Kitas, für Sitzbänke im öffentlichen Raum aber auch für
öffentliche WCs. Wir wollen ein Neubauprojekt des „Rings der
Körperbehinderten“ ebenso wie eine bessere Unterstützung des
Breitensports. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Anträge soll die
Kultur stärken, das Stadttheater ebenso wie die freien Gruppen. Wir
beantragen, dass die Stadt das E-Werk der Badenova abkauft als
Voraussetzung für eine zukunftsfähige Entwicklung des Kulturhauses,
dass der interkulturelle Austausch einen Raum bekommt und das in
breiter Bürgerbeteiligung erarbeitete Kulturkonzept ausreichend Mittel
für seine Umsetzung erhält.
Weitere Personalkürzungen bei der Stadt
nach dem Rasenmäherprinzip, 3 Mio. in 09, weitere 3 Mio. in 2010,
lehnen wir ab. Wir verlangen u.a. eine zusätzliche Stelle für
Controlling bei den Sanierungsmaßnahmen (Wiwili-Brücke!). Sämtliche
Anträge (siehe
www.unabhaengige-listen-freiburg.de)
finanzieren wir aus Steuermehreinnahmen.
Und: Wir gratulieren dem Amtsblatt zum 20jährigen Bestehen und werden
auch in Zukunft alle Anträge zurückweisen, die sein Erscheinen
gefährden.
Michael Moos