Wie weiter nach dem erfolgreichen Bürgerentscheid?
Amtsblatt 445, 9. Dezember 2006
Der 12.11. hat nicht nur dem Versuch, den Haushalt durch den Verkauf
der Freiburger Stadtbau zu sanieren, sondern auch dem
Gegeneinander-Ausspielen von Schulsanierung und sozialer
Wohnungspolitik und den Zuschüssen an freie Gruppen bei Soziales,
Kultur und Sport eine klare Absage erteilt.
Steuermehreinnahmen in zweistelliger Millionenhöhe werden die Aufstellung eines Haushaltes 2007/08 möglich machen
Als kurzfristige schlägt unsere Fraktion u.a. eine 10%ige Erhöhung der
Gewerbe- und der Grundsteuer, sowie den Verkauf der 1000 städtischen
Wohnungen an die Freiburger Stadtbau GmbH vor.
Für eine dauerhafte Entschuldung der Stadt Freiburg, muss eine
grundlegende Neuordnung der Kommunalfinanzen auf Bundesebene
durchgesetzt werden. Darüber müssen die vielfältigste Vorschläge
aus der Bürgerschaft weiterzuverfolgen werden, um durch eine breite
konsensorientierte bürgerschaftliche Diskussion einen nachhaltigen,
sozial ausgewogenen und generationengerechten Entschuldungsplan für die
Stadt Freiburg zu erarbeiten.
Zuschuss-Kürzungen an Dritte unnötig und unsozial
Immer deutlicher wird, dass die beschlossenen Kürzungen an freie
Träger und freie Gruppen in den Bereichen Soziales und Kultur, aber
auch im Sport, bei Umwelt und bei den MigrantInnen verheerende Folgen
haben werden. Ganze Bereiche von Angeboten werden nicht nur
eingeschränkt, sie werden vollständig verschwinden. Damit werden
Leistungen gerade für diejenigen gekürzt oder gar gestrichen, die auf
Solidarität und Unterstützung am meisten angewiesen sind. Beispielhaft
seien hier die Beratungstätigkeit der Arbeitsloseninitiative FRIGA und
die ambulante Behandlung von Suchtkranken der Psychosozialen Beratungs-
und des blv genannt. Dieser 10%-Kürzungesbeschluss richtet sich gegen
die Armen und Benachteiligten in unserer Stadt.
Dieser Kahlschlag richtet immensen Schaden an und dieser Schaden steht
in keinster Relation zum haushaltspolitischen Nutzen. Weder ist eine
Sanierung des städtischen Haushalts zwingend auf diese Kürzungen
angewiesen, noch machen diese 1,6 bis 2 Millionen Euro/Jahr den
Haushalt gesund. Zum Vergleich: die von uns vorgeschlagene Erhöhung der
Grund- und Gewerbesteuer würde für den nächsten Doppelhaushalt
Mehreinnahmen von ca. 14 Millionen Euro/Jahr erbringen.
Wer Zuschusskürzungen an freie Gruppen oder gar einen Verzicht auf die
Schulsanierungen mit dem Ausgang des Bürgerentscheides begründet,
spielt ein falsches Spiel – auf dem Rücken der Betroffenen.