UL: Mehr Transparenz in städtische Gesellschaften
Amtsblatt 488, 27. September2008
Beim TOP "Verschwiegenheitspflicht in Aufsichtsräten städtischer
Gesellschaften" hat die Fraktionsgemeinschaft der Unabhängigen Listen
einen eigenen Antrag eingebracht. Stadtrat Moos hat für unsere Fraktion
zur Begründung ausgeführt, dass durch die Verlagerung von immer mehr
kommunalen Aufgaben in privatrechtlich organisierten Gesellschaften ein
Demokratieproblem entstehe: "Demokratie braucht Information und
Transparenz". Es sei sinnvoll, von der gesetzlich gegebenen Möglichkeit
bei GmbHs mit Aufsichtsrat Gebrauch zu machen und zu bestimmen, dass
diese grundsätzlich öffentlich tagen. Davon auszunehmen wären lediglich
die TOP's, die Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse betreffen. Die
Vertreter/innen der Fraktionen sowie die Vertreterin des städtischen
Rechtsamtes setzten sich kritisch, aber sachlich mit dem Antrag
auseinander. Anders der OB: ohne in der Sache zu argumentieren griff er
in einer Hetztirade die Aktivität von Stadtrat Moos in den 70er und
80er Jahren im KBW / BWK an, desgleichen die Mitgliedschaft von
Stadtrat Guzzoni in der DKP. Mit seiner verletzenden Attacke sprach er
ihnen das Recht ab, sich zu Demokratiefragen zu äußern.
Aus Protest gegen dieses Verhalten des OB zog die UL aus der Sitzung
des Gemeinderates aus. Kann es sein, dass der OB auf diese plumpe
beleidigende Art alte Fronten aufreißen will in Richtung des nächsten
Wahlkampfes? Es ist keineswegs das erste Mal, dass der OB zum Mittel
von polemischen Hass- und Hetztiraden greift. Ein OB, der in dieser
Weise Gemeinderäten das Recht der freien Rede abspricht, ist als
Stadtoberhaupt ungeeignet.
Die UL wird sich weiterhin mit dem Thema Intransparenz in städtischen
Gesellschaften beschäftigen und entsprechende Vorschläge machen. Die
Fraktionen im Gemeinderat werden zu prüfen haben, ob der bisherige Weg
der richtige ist oder ob er nicht zu einer zunehmenden
Selbstentmündigung des Gemeinderats führt. Ausfälle wie die des OB
deuten darauf hin, wer ein Interesse an Intransparenz und
Entscheidungen hinter verschlossenen Türen hat.
Michael Moos, Atai Keller