Schwarz/Grüne Koalition zieht durch - ein Halbzeitbilanz
Amtsblatt 437, 5. August 2006
Vorbei sind die Zeiten, da es im Gemeinderat wechselnde
Mehrheiten je nach politischem Thema gab. Die Einigkeit von CDU und
JF/Grüne ist mittlerweile nicht mehr zu übersehen. Sie ziehen ihre
Mehrheit mit 28 Stimmen + 1 (OB) bei fast jedem Beschluss durch und es
ist offensichtlich, dass keine der beiden Parteien dabei allzu viel
Kreide fressen muss. Im Gegenteil: Die „Grüne Regierungspartei“ und die
CDU waren sich noch nie so nah und einig wie unter Salomon. Und so
kommt es schon mal vor, dass sie selbst von der FDP links überholt
werden. So jüngst geschehen beim Stadtbauverkauf - JF/Grüne, CDU (minus
2) + FW sagen grundsätzlich ja zum Verkauf der städtischen Wohnungen +
beschließen vorab 300.000 € für ein Verkaufs-Beraterteam auszugeben.
Ebenso beim Ausbau der Betreuungsplätze für unter 3-jährige: Der
GR-Beschluss vom November 2005 zur Finanzierung 60 weiterer Plätze ab
dem Kindergartenjahr 06/07 wird von JF/Grüne, CDU + FW gekippt, obwohl
das Sozial- und Jugendamt die zusätzlichen Mittel für die nächsten 2
Jahre (je 60.000 €) strukturell eingespart hat. Die Summe soll nun
zweckentfremdet den Haushalt sanieren helfen. Ein Hoch auf die
Familienfreundlichkeit!
Ganz anders bei der Neuen Messe. Auch hier Einsparungen von 900.000 €
beim bisherigen Ausbau. Die wiederum werden gleich re-investiert in
weitere Ausbaumaßnahmen.
Dass Schwarz-Grün nicht nur beim Wohnungsverkauf die Privatisierung
öffentlichen Eigentums vorantreibt wird auch bei der Schulsanierung
deutlich. Sie erfolgt nun in PPP. Private Investoren werden sie nicht
nur sanieren, sondern die nächsten 25 Jahre auch bewirtschaften – mit
allen Konsequenzen, die deren Profitinteressen diktieren werden.
Die permanente Polizeipräsenz während Gemeinderatssitzungen und vor
allem der Umfang und die Art der jüngsten Polizeieinsätze zeugen ebenso
von einer veränderten politischen Gangart in dieser Stadt, die vom OB
und der „Großen Koalition“ so gewollt ist. Trotz vereinzeltem grünem
Unmut gehört auch das zur neuen Schwarz-Grünen Linie. Alternative
Lebensentwürfe wie Wagenburgen haben in Freiburg derzeit keine Chance.
Selbst beim Klimaschutz müssen sich die Grünen vom Klimabündnis sagen
lassen, dass mit ihrem derzeitigen energiepolitischen Kurs das
Verfehlen aller klimapolitischen Ziele der Stadt so sicher wie das Amen
in der Kirche ist.
So wird das Ergebnis des Bürgerentscheids im November auch ein Ja oder Nein zu dieser politischen Linie sein.