Akzente für eine gerechtere Haushaltspolitik
Amtsblatt 451, 17. März 2007
Im Zuge der Beratungen des aktuellen Haushalts 2007/08 hat der Kinder-
und Jugendhilfeausschuss den Gemeinderat aufgefordert, von der
geplanten 10%igen Kürzung der Zuschüsse an die Freien Träger abzusehen.
Zu Recht kommt er in seinem Votum zu dem Schluss, dass diese nunmehr 3.
Kürzungswelle seit der Amtsübernahme von OB Salomon fachlich nicht mehr
zu vertreten ist und drastische Einschnitte in der Jugendhilfe –
insbesondere in sozialen Brennpunkten - mit sich bringen würde.
Ähnliche Auswirkungen hätten die geplanten Kürzungen im Bereich
Soziales und Migration, für Frauenprojekte, in Kultur und Sport.
Wir wollen die Vielfalt dieser Angebote erhalten. Sie ist ein
wesentlicher Grund dafür, dass sich Freiburg „Wohlfühlstadt“ nennen
kann und trägt maßgeblich zu deren Attraktivität bei. Deshalb
beantragen die Unabhängigen Listen die Zurücknahme der Kürzungen im
sozialen und kulturellen Bereich, sowie beim Sport. Sie richten großen
Schaden an, der in keinem Verhältnis zum bescheidenen
haushalts-politischen Nutzen steht. Die Kürzungen der Zuschüsse an die
Freien Träger würden den Haushalt gerade einmal um 0,4 bzw. 0,8 Mio. €
entlasten. In der Summe beschlossen wurden sie, bevor klar war, dass
die Stadt 33 Mio. Steuermehr-einnahmen für 2006 erhält und die
Prognosen für die Folgejahre noch günstiger sind.
Ganz offensichtlich: Die angedrohten Kürzungen haben gar nichts mit
nicht verkauften Wohnungen zu tun und auch nicht mit der Haushaltslage.
Nein, diese Kürzungen sind politisch gewollt, Ausdruck einer
neoliberalen Ideologie vom „schlankem Staat“, der sich immer mehr aus
der sozialen Daseinsvorsorge zurückziehen soll, wie es sich die CDU und
mittlerweile auch die Grünen wünschen.
Neben der Rücknahme dieser Kürzungen liegt ein weiterer Schwerpunkt
unserer Haushaltsanträge im Klimaschutz, in der Kultur und im Sozialen.
An der Sanierung der Schulen halten wir fest, auch wenn wir die
Erhöhung der Grundsteuer auf 10%, statt auf 20 % (Grüne+ CDU) begrenzen
wollen. Ein UL-Antrag, auch die Gewerbesteuer um 10 % zu erhöhen,
bringt gegenüber dem Verwaltungsvorschlag Mehreinnahmen von ca. 5,5
Mio. € und ist außerdem ausgewogener. Anders als die Grundsteuer
orientiert sich die Gewerbesteuer nämlich an der tatsächlichen
ökonomischen Leistungskraft.