planlos: „Eis auf Zeit“
Amtsblatt 501, 9. April 2009
Die Zukunft des Eissports ist gerettet! So schallte es aus dem
gemeinderätlichen Rathaustheater am letzten Montag heraus. Ja, so manch
einer der Ratslaienschauspieler/innen sah sogar die Zukunft des
gesamten Sports in neuem Licht. Für die Eil-Inszenierung
zeichneten der oberste Sport-und Finanzbürgermeister von der CDU und
die grüne oberste Gebäudemanagerin. Das Stück hieß “ Eis auf Zeit“. Die
Gemeinderäte waren zu Statisten degradiert, die Verwaltung hatte
das Stück ohne Probe zur Aufführung gebracht und das Publikum auf der
Empore applaudierte enthusiastisch.
Seit fast einem Jahr schlummerte das entsprechend gut bebilderte
Gutachten in den Amtsschubladen, die Verantwortlichen sahen es nicht
für nötig an, das Thema Eissport, Eissporthalle und den EHC mal richtig
auf die Tagesordnung eines Fachausschusses zu bringen. Die Schäden an
der Halle sind seit Jahren bekannt, die gesamte Halle ist in schlechtem
Zustand, mehrere Gutachten wurden im Jahrestakt eingeholt. Aber es gab
kein Konzept für eine neue Eissporthalle, es regierte das bekannte
Prinzip „schaun mer mal“. Diesselbe Verwaltung, die jetzt in
unverschämter Weise kurz vor der Wahl dieses Rettungs-Projekt zur
„Ertüchtigung“ der Eissporthalle auf fünf Jahre für 2,6 Mil und mehr
durchpeitscht, hat in drei Kürzungsrunden den Sportbereich dezimiert
und das Außenbecken des Westbades kürzlich (2,4 Mil) mit Achselzucken
abgelehnt ebenso wie die längst fällige Sporthalle im
Gewerbeschulzentrum. Spätestens nach dem letzten Gutachten hätte die
Verwaltung daran gehen müssen, ein Konzept für eine neue Eissporthalle
(Standort, Finanzierung, Zeitplan etc.) anzugehen und mit allen
Verantwortlichen eine Übergangslösung zu suchen. Anstatt ohne Plan B
dieses erpresserische Szenario zu veranstalten.
Atai Keller