Über „Drecksarbeit“ und „schmutzige Hände“
Amtsblatt 506, 18. Juni 2009
„Nach der Wahl ist vor der Wahl“ scheint der OB zu denken und klotzt
munter drauf los. Es habe sich in den vergangenen Jahren im Gemeinderat
gezeigt, so der OB in der BZ, dass „bei Entscheidungen, bei denen man
sich die Hände schmutzig macht, sich SPD, linke Liste und FDP in die
Büsche verpissten“. Mal abgesehen von der Ausdrucksweise, die dem
Freiburger OB eigen ist, scheint dieser anzunehmen, dass es jetzt
vor allem darauf ankäme, die Gewinner der Freiburger Kommunalwahl
abzustrafen. Die Stimmengewinne, so die Denkweise des OB, habe darin
ihre Ursache, dass CDU und Grüne die „Drecksarbeit“ machten, die
eigentlich alle Fraktionen machen müssten. Von was aber spricht der OB
eigentlich ? Es ist keine andere Erklärung möglich, als dass er seine
Politik des Ausverkaufs städtischer Grundstücke und Immobilien, der
Kürzungen im Verwaltungshaushalt, beim städtischen Personal und bei
Vereinen und Einrichtungen aus dem Sozial- und Kulturbereich, aber auch
aus dem Sport, mit dieser Drecksarbeit meint, die er ganz
offensichtlich fortzuführen gedenkt. Er fürchtet, dass der Linksruck in
Freiburg Auswirkungen auf die Politik der Stadt haben könnte, dass die
Anliegen und Interessen der Menschen hier und jetzt auch im Gemeinderat
größere Resonanz finden werden, und dem will er vorbeugen. Die Fakten
belegen, dass die Kommunalwahl in Freiburg andere Akzente setzte als
sonst im Land. Die Grünen sind hier zwar stärkste Fraktion, haben aber
um 1,9% verloren, im Land dagegen um 2,2 % gewonnen. Die CDU hat im
Land insgesamt um 3,7% verloren, in Freiburg um 5,4% und die SPD hat im
Land 1,1% verloren, hier aber um 0,8% gewonnen. Die UL hat sich mit
ihren 3 Listen gut gehalten und insgesamt um 0,9% dazu gewonnen. Kult
und Frauen haben ihre 2 bzw. 1 Sitz/e gehalten, die Linke
Liste-solidarische Stadt einen dazu gewonnen. Alles in allem ein
Ergebnis, das den OB offensichtlich nicht kalt lässt, was ein gutes
Zeichen ist.
Michael Moos