„Es grünt so grün, wenn Dattlers Pläne blüh'n!!!“
Amtsblatt 479, 10. Mai 2008
Was hat sich eigentlich seit der Ära Lemmer als Fraktionsvorsitzende
und v. Ungern Sternberg als Baubürgermeister in der Stadt geändert? Wir
haben einen grünen Oberbürgermeister, die Grünen sind von 4 auf 15
gewachsen, wir haben keinen Baubürgermeister mehr und wir haben eine
CDU-Fraktion, die mit den Grünen im „im Bunde“ meint, man könne mit
dieser stabilen Mehrheit Regeln wie die des Landschaftsschutzes
brechen. Nur so ist zu verstehen, dass alle Bedenken gegen das
Bauvorhaben nun beiseite gelegt wurden, die warnenden Bürgerstimmen
ohne Echo verhallt sind und jetzt eine Planung angelaufen ist, die den
Schlossberg als Naherholungsgebiet nachhaltig verändern wird. Selbst
die Verwaltungsvorlage geht von „erheblichen Beeinträchtigungen der
Schutzgüter Boden, Pflanzen/Biotope, Landschaftsbild und Klima/Luft“
aus.
Alle Bekundungen von „Green City“ werden jetzt umgangen durch
Herausnahmen, Sonderverordnungen und Spezial-Regeln für einen privaten
Investor in der fünften Generation. Tradition ist anzuerkennen, reicht
aber nicht aus, um die Erweiterung eines Privatunternehmens auf dem
Schlossberg, der immer noch öffentliches Gelände ist, genügend zu
begründen. Das Hotel und der Schrägaufzug, beides Projekte, die unserer
Meinung nach viel zu wenig auf ihre ästhetische
Landschaftsverträglichkeit geprüft wurden, kosten den Investor
mindestens 7 Mill. Euro. Eine Summe, die sich nur dann amortisiert,
wenn sozusagen der Laden brummt, und möglichst viele Besucher Aufzug
fahren und ins Restaurant oder ins Hotel Dattler kommen, Aber ist das
dem Schlossberg als dem Freiburger Burgberg wirklich zuträglich? Ist
den Herdermern der zusätzliche Verkehr durch Hotelgäste und Besucher
noch zuzumuten? Ist der Verkehr um den Stadtgarten und in Herdern dann
nicht kollapsverdächtig?
Wir meinen, die vorgesehenen Maßnahmen wie ein Signalanlage Ecke
Wintere-/Immentalstraße reichen nicht aus, um den zusätzlichen Verkehr
in Herdern und auf dem Schlossberg in den Griff zu bekommen. Da irrt
das Gutachten!
Die UL befürchtet schließlich auch die Schaffung eines Präzedenzfalles,
wenn für die Bauwünsche eines privaten Investors Flächen aus dem
Landschaftsschutzgebiet herausgenommen werden in einer solch
herausragenden Lage. Und wenn das Ganze schief geht, stellt sich erst
recht die Frage, ob eine solche Privatisierung eines
Naherholungsgebietes der Stadt je zu rechtfertigen war!
Atai Keller