Bürgerwillen im Doppelhaushalt umsetzen!
Amtsblatt 489, 10. Oktober 2008
Erstaunt reibt der Bürger sich die Augen: Prüft er den Haushaltsentwurf
2009/10 auf Haushaltsvorschläge infolge des 1. Freiburger
Beteiligungsverfahrens, so scheint es als sei nichts gewesen. Außer
einer umfangreichen Dokumentation stellt die Verwaltung für die
nächsten beiden Jahre keinen Cent für eine Fortführung des Verfahrens
in den Haushalt ein.
Die BürgerInnen haben vor allem in der Stadtkonferenz kreativ und
entschieden ihre Stimmen für eine „ Soziale Stadt“ Freiburg erhoben:
- Finanzen für eine Stärkung der Zivilcourage,
- gegen Ausbau der Law and Orderpolitik,
- mehr Ganztagsschulen und bessere Kinderbetreuungsangebote,
- gegen Kürzungen im Kultur- , Bildungs - und Sozialbereich,
- Ausweitung der Angebote des Freiburg Passes,
- Freiburg Ticket für Geringverdienende und Hartz IV – EmpfängerInnen,
- bezahlbarer Wohnraum,
- Armuts- und Reichtumsbericht,
- Verzicht auf Großprojekte .
Jetzt ist es die Aufgabe des Gemeinderats, die Ergebnisse aus dem
Verfahren in konkrete Beschlüsse umzusetzen. Nur wenn deutlich wird,
welche Posten konkret aufgrund von Bürgerbeteiligung erhöht oder
gekürzt werden – kann für die Zukunft mit einer noch aktiveren
Beteiligung gerechnet werden. Bürgerbeteiligung à la CDU nur per
Fragebogen oder Internet verfehlt das Ziel eines demokratischen
Meinungsbildungsprozesses. In Konferenzen der Bürger im Stadtteil oder
stadtteilübergreifend können lebendige demokratische
Beteiligungsstrukturen weiter entwickelt werden!
Die Unabhängigen Listen wollen die Weiterentwicklung eines
geschlechtergerechten Haushalts. Wir fordern die Einstellung einer
ausreichend großen Summe insbesondere für die Organisation von
Stadtteil- oder Stadtbezirkskonferenzen und stadtübergreifende
Themenforen für den kommenden Haushalt 2009/10.
Ulrike Schubert