März 2005
Sozialticket und Kulturhaus E-Werk
Die UL stellen hier zwei ihrer 79 Haushaltsanträge vor:
1. Mit unserem Antrag „Einführung eines Sozialtickets und eines
Sozialpasses „ für Menschen mit niedrigen Einkommen wie z.B.
Hartz IV - EmpfängerInnen unterstützen wir einen Vorschlag des „ Runden
Tisches Hartz IV“ für eine gleichberechtigte Teilnahme am sozialen und
kulturellen Leben in Freiburg. Ein Sozialticket für den öffentlichen
Nahverkehr wurde bereits z.B. in Berlin nach Protestaktionen in Bahnen
und Bussen eingeführt; eine monatlich wachsende Anzahl von Menschen
nutzt dieses Ticket, inzwischen als „ Verkaufsschlager“ betitelt. Statt
z.B.18,11 Euro Fahrgeld für Alg II – EmpfängerInnen pro Monat schlagen
wir als Sofortmassnahme vor, dass die Stadt Freiburg mit VAG und
ZRF ein regionales Sozialticket als Monats-/ Jahresnetzkarte
aushandelt. Die Kosten sollten ca. 50% der Regiokarte nicht
überschreiten. Dies könnte zusätzlich die maroden Einnahmen der VAG
aufpäppeln, die seit der letzten, von uns abgelehnten Erhöhung des
Preises der Regiokarte erhebliche Umsatzverluste zu verzeichnen hat.
Ein kostenloser Sozialpass (Ergänzung zum Familienpass) kann allen
Menschen mit niedrigen Einkommen künftig u.a. den kostenfreien oder
günstigeren Besuch der Bibliotheken und Museen, Bäder und anderer
Einrichtungen der Kommune ermöglichen.
November 2004 stellte das Sozial- und Jugendamt eine einschätzbare
Haushaltsentlastung durch Hartz IV von ca. 2,3 Mio Euro fest.
Sozialticket und Sozialpass sollten daraus doch finanziert werden
können.
2. Mit unserem Antrag zum E-Werk wollen die UL Planungs- und
Ausbaugelder in den nächsten Doppelhaushalt einstellen und zusätzlich
für 2006 die Personalstruktur erneuern helfen. Das Konzept, wie
es für 39.000 Euro von der Firma Kulturplan ausgearbeitet wurde, ist
nach Auflösung der Kommission im November 2004 von OB Salomon auf Eis
gelegt worden. Damit daraus keine ewiges Eis wird, sollte eine
öffentliche moderierte Konzeptdiskussion in diesem Jahr ein
endgültiges Ergebnis bringen, das dann im nächsten Jahr mit den
beantragten Mitteln umgesetzt werden kann. Damit wäre ein wichtiger
Anfang gemacht, der im nächsten Doppelhaushalt 2007/2008 seine
Fortsetzung finden müsste.
Nicht nur die Museen oder der Eigenbetrieb Theater sind dringliche
Aufgaben der städtischen Kulturpolitik, sondern auch der endgültige
Ausbau des E-Werks als gemeinsames konzeptfähiges Kulturhaus für die
vielfältigen Freiburger KünstlerInnen und Kulturgruppen.